VERGÄNGLICHKEIT – MEMENTO MORI

Projektentwicklung Medien

Unter dem Semesterthema „Berührung“ zielte das Projekt zunächst auf eine Auseinandersetzung mit Vergänglichkeit ab – ein Thema, welches emotional berührt. In diesem Zusammenhang wird im Besonderen betrachtet, wie in unserer Gesellschaft mit Sterben und Tod umgegangen wird. Im nächsten Schritt war angedacht, einen „Ort der Besinnung" zu konzipieren, an welchem eine persönliche Auseinandersetzung mit dieser Thematik erfolgen kann. So entstand der Gedanke einer „Scheune als Besinnungsort“, welche im übertragenen Sinn einen „Ort zwischen den Lebenden und den Toten“ darstellt. An diesem Ort bekommen Spiritualität und Besinnung wieder neue Aufmerksamkeit und Bedeutung. Als sinnstiftendes Bauobjekt schafft sie Raum für Selbstbesinnung, Sinnfindung, Kontemplation und wird so zu einem Medium, welches Menschen zur Auseinandersetzung mit dem Thema einlädt, sie hierfür sensibilisiert und das Bewusstsein schärft, um der allgemeinen Tabuisierung im Umgang mit Tod und Vergänglichkeit entgegenzuwirken.

Ausgangspunkt des Projektes ist ein vorhandenes Grundstück mit einer Scheune sowie einem Wohngebäude, welches direkt an eine Friedhofsmauer sowie einen Park angrenzen. Die Scheune wird dabei als Besinnungsort konzipiert, welche durch einen Besinnungsweg, der direkt an der Friedhofsmauer entlangführt, mit dem Park verbunden ist. Sie stellt eine architektonische Auseinandersetzung mit den Themen Erinnern, Besinnung, Kontemplation und Neuorientierung dar. Das Konzept baut auf drei Grundprinzipien auf: Nachhaltigkeit, Natürlichkeit und Reduktion. Der eigentliche Besinnungsort teilt sich dabei in drei Einzelräume auf – zum einen eine unterirdische Krypta, ein weiterer „Raum der Sinne“ im Erdgeschoss, in dem der Besucher u. a. Schwerelosigkeit erleben kann sowie ein nach oben offener Bereich als Lichtraum im Dachgeschoss. Die Scheune selbst als bauliches Objekt bleibt in seiner Grundausstrahlung erhalten. Dies steht symbolisch dafür, dass die Wurzeln, die uns im Heute prägen, in der Vergangenheit liegen. Das bestehende Gebäudegerüst wird kombiniert mit modernen Neuinterpretationen im Inneren, da im übertragenen Sinn Neues entstehen soll. 

Der Fokus liegt auf dem Angebot zur Besinnung für Menschen, die Ruhe oder Abgeschiedenheit suchen, sich für eine bestimmte Zeit aus ihrem Alltag zurückziehen möchten oder eine Zeit der Einkehr bzw. Kontemplation wünschen. Ursachen hierfür können sowohl in der heutigen oft stressintensiven Hektik des Arbeitsalltags mit entsprechend häufiger Burn-Out-Symptomatik verwurzelt sein als auch in der Sinnsuche oder dem Wunsch zur Neuorientierung.

„Die Konzeptentwicklung eines Architekturobjektes war einerseits herausfordernd, auf der anderen Seite aber ein überaus interessantes Projekt, welches sehr positiv in mir nachklingt. Generell konnte ich mein Wissen zum gewählten Themengebiet erweitern, noch bestehende Wissenslücken zu Vergänglichkeit, Sterben und Tod oder auch über die Handlung des Sich-Besinnens mit neuen Erkenntnissen und Einblicken füllen. Es war eine ganz besondere Erfahrung, eine Zeit im gedanklichen Austausch mit dem eigenen Sein. Dadurch wurde auch meine eigene Wahrnehmung, Sichtweise und Einstellung hinsichtlich der Thematik hinterfragt und die Grenze meiner bisherigen gestalterischen Erfahrungen erweitert. „

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